Wassermelone

Wassermelone – auch in Mitteleuropa möglich…

Wassermelone Ende Juli

Wassermelone in Österreich – Ende Juli

Keine Frage, in unseren Breiten ist die Wassermelone (Citrullus lanatus) ein ziemlicher Exot. Nicht im Supermarkt oder im Kühlschrank – vielmehr auf Feldern bzw. in Beeten.

Das macht schon seinen Sinn, denn die Wassermelone ist eigentlich eine waschechte Afrikanerin, die sich via Westafrika mittlerweile in vielen Sorten und Varianten in die ganze warme Welt ausgebreitet hat. Nur die Wildform ist nach wie vor nur in Afrika zuhause, die Nachzüchtungen aller Art benötigen trotzdem ein deutlich wärmeres Klima als es bei uns in Mitteleuropa gegeben ist.

Und doch ist es auch bei uns möglich, die einjährige Pflanze mit den langen Ranken (bis zu 10 Meter lang und manchmal auch in die Höhe reichen diese) zu kulivieren, Rekordernten von 100 Kilogramm oder mehr pro Wassermelone wird es aber in Österreich wohl kaum geben, zu kurz ist unser Sommer.Setzt man die Wassermelone bei uns (Vorkultur ab März sehr zu empfehlen!) ab Mitte Mai (10 Grad sollte es mindestens auch in der Nacht haben) ins Freiland, so entwickeln sich dann ab Juni gelbe Blüten. Manche Sorten haben auch grünlich gezeichnete Blüten.

Schon sehr bald nach der Blüte wird man bei den weiblichen Blüten direkt unterhalb der Blüte eine Verdickung erkennen können – die zukünftige Melone legt los.

Erntezeit ist dann -soweit es eine Ernte gibt- ab August, oft dann im September und auch oft noch im Oktober. Eine Melone ist in der Regel dann reif, wenn der versorgende Stängel ausgetrocknet ist.

Während man im Geschäft Wassermelonen mit rund 3 bis 10 Kilogramm findet (ausgenommen davon die “Baby-Wassermelonen” mit ca. 1 kg), welche 20 bis 60 cm breit bzw. lang werden und zumeist aber rundlich sind und einen Durchmesser von 20 bis 40 cm haben, wird die heimische Eigenzucht wohl eher kleiner bleiben. Von 5 cm Durchmesser (=Reinfall) bis 15cm (=Riesenerfolg) geht bisweilen meine persönliche Bandbreite von österreichischen Wassermelonen – hier ist eindeutig eher der olympische Gedanke (dabeisein ist alles…) gefragt.

Wassermelone Juni

Wassermelone mit Blüte Juni

Wie wir alle wissen, versteckt sich hinter der “Rinde” (ca. 2-4 cm dick) der grünen bzw. dunkelgrün-hellgrün-gestreiften Wassermelone das leckere rote Fruchtfleisch des Gemüses (kein Obst – stammt aus der Familie der Kürbisgewächse!)  – dieses besteht zu rund 96% aus Wasser und ist auch mit Vitamin A und Vitamin C angereichert und schmeckt idealerweise süß.

Sehr wohl gibt es aber auch andere Zuchtformen, welche beim Fruchtfleisch auch andere Farben bieten können – rot ist aber klar der Standard.

Im Fruchtfleisch finden sich auch die Kerne der Wassermelone – es sei denn, Sie haben eine “kernlose” Variante erworben. Bei solchen Züchtungen sind die Kerne dann zumeist miniklein und stören selbst heikle Melonenesser nicht. Bei den Wassermelonen gibt es ja 2 Fraktionen: Die einen essen die Kerne mit, die anderen klauben diese raus.

Auch immer wieder zu beobachten (wurde mir selbst schon vor einer Ewigkeit beigebracht): Das Melonenklopfen im Geschäft oder beim Obsthändler. Klingt die Melone schön hohl, ist sie schon reifer (und damit auch süßer) als eine Melone, die weniger hohl klingt. Kann aber dabei natürlich auch passieren, dass die “superhohl” klingende Melone auch schon etwas überreif ist…

Noch ein Tipp abseits der Verwendung zwecks Eigenverzehr von Wassermelonen: Sowohl meine Hühner als auch meine Schildkröten freuen sich sehr über die Melonenschalenreste – Dauerfutter sollte das aber nicht sein.

Pflege und Standort von Wassermelonen:

Wassermelone Austrieb im Mai

Wassermelone Austrieb im Mai

Sonne, Sonne, Sonne – soviel zum Standort. Jede Sonnenstunde in unseren kurzen Sommern bringt der Melone den dringend notwendigen Wachstumsschub.

Lange Jahre habe ich in halbschattigen Beeten ziemlich traurige Versuche mit der Wassermelonenzucht gemacht – zumeist sind liebe 5-bis-7-cm-Kügelchen daraus geworden, in deren Inneren dann gerade einmal Ansätze von rotem Fruchtfleisch zu sehen waren.

Und da setzte ich doch glatt einmal zum Spaß 2 Melonenpflänzchen in meine Zitronentöpfe (natürlich nicht ideal!) – und siehe da, der vollsonnige Standort erbrachte eine “Rekordernte”.

Sonne und Wärme sind für halbwegs brauchbare Resultate also grundlegend, ein Gemisch aus Sand, Normalerde und auch einer dicken Portion Kompost führt zum maximal möglichen Erfolg.

Gedüngt werden bei mir die Wassermelonen nicht (wiewohl das für noch größere Exemplare wohl Sinn machen würde – aber das ist mir dann schon zu “unsportlich”) – sehr wohl ist aber das laufende Gießen von Wassermelonen sehr wichtig. Schließlich muss ja die Melone auch irgendwoher das Wasser herkriegen!

Wassermelone Juli

Wassermelone Juli

Bezüglich Standort der Wassermelone sei noch gesagt: Setzen Sie die Melonen nicht zu knapp, die Ausläufer/Ranken mit den Blättern benötigen durchaus Platz. Haben Sie genug davon, wären 1,5 Meter Pflanzenabstand schon zu empfehlen.

So Sie schon schöne Früchte an den Ranken erblicken, schützen Sie diese vor Bodenfäulnis und vielleicht auch vor Nacktschnecken – es ist nämlich ganz schön ärgerlich, wenn der minimale Zuchterfolg sich dann zur Erntezeit als großes Schneckenloch erweist…

Das Vermehren von Wassermelonen liegt auf der Hand: Einfach aus reifen Früchten die Kerne entfernen, trocken und kühl (aber frostfrei) über den Winter bringen und dann vorkultivieren. Natürlich kann man Wassermelonenkerne auch im Fachhandel erwerben und vielleicht ist dort sogar besseres Saatgut vorhanden als aus den selbst konsumierten Melonen – aber ich scheitere hier lieber “natürlich”;-)

Weitere Infos Wassermelone:

Wassermelone bei Wikipedia

Informationen Melonen