Echte Meerzwiebel – Drimia maritima

Weiße oder echte Meerzwiebel – Drimia maritima

Weiße Meerzwiebel, Drimia maritima, Oktober

Weiße Meerzwiebel, Driimia maritima, Oktober

Wer im Spätsommer bzw. im Herbst im Mittelmeerraum urlaubt und nicht nur aufs Meer sondern auch ein wenig in die Landschaft blickt, der kennt sie höchstwahrscheinlich: Die Echte Meerzwiebel, auch als “Weiße Meerzwiebel” bekannt.

In der Botanik bezeichnet man das große Zwiebel-Mittelmeergewächs auch “Drimia maritima”, “Urginea maritima”, “Urginea scilla” oder auch “Scilla maritima”.

Im Sommer hingegen muss man schon etwas genauer hinblicken: Da macht die Meerzwiebel nämlich (witterungsbedingt) Sommerpause und nur die Zwiebeln mit maximal 15 bis 20 cm Durchmesser stehen in der Landschaft (gerne auf Schafweiden oder Strauchhaidenformationen in Meeresnähe, aus dem Boden ragend) herum – da die Pflanze gänzlich giftig ist (die Zwiebel insbesondere), lassen auch die Tiere die Zwiebeln in Ruhe.Erst im Spätsommer (wenn es wieder kühler wird), legt die Weiße Meerzwiebel dann los: Zuerst kommt ein bis zu 1,50 Meter hoher Blütenstand, schließlich folgen dann auch noch die Blätter, die 20 bis 50 cm Länge erreichen können. Bei uns eher 20…

Weiße Meerzwiebel - Drimia maritima

Weiße Meerzwiebel – Drimia maritima

Früher hat man die Echte Meerzwiebel auch häufig als Arzneimittel verwendet – dies ist aber (hochgiftig!) eher nur kundigen Menschen anzuraten…

Die Weiße Meerzwiebel ist in Mitteleuropa sehr selten zu finden – im Gegensatz zur Falschen Meerzwiebel (Ornithogalum caudatum) ist diese nämlich gar nicht so einfach zu pflegen und pflanzt sich auch nicht so massenhaft fort wie ihre afrikanische Verwandte. Im Internet werden Sie auch immer wieder falsche Fotos von Drimia maritima (die Echte) bzw. Ornithogalum caudatum (die Falsche) finden – wiewohl sich die Meerzwiebeln nur bedingt ähnlich sehen…

Pflege Drimia maritima (Echte bzw. Weiße Meerzwiebel)

Meerzwiebel Anfang September Austrieb Blätter

Meerzwiebel Anfang September Austrieb Blätter

Je mehr Sonne, desto besser: Volle Südseite und so lange im Freien, wie möglich. Der Standort sollte darüber hinaus idealerweise auch überdacht sein – die Pflanze macht ja im Sommer große Ruhepause und etwaiger Regen (der bei uns im Sommer deutlich häufiger ist als z.B. in Griechenland) könnte leicht zu Fäulnis führen. Bei mir steht die Drimia maritima neben den besonders wasserscheuen afrikanischen Exoten…

In Sachen Substrat ist die Echte Meerzwiebel nicht besonders anspruchsvoll: Bei mir tut eine Mischung aus Erde, Sand und Kakteenerde gute Dienste – die Drainage sollte sehr gut wasserdurchlässig sein, Staunässe wäre wohl ziemlich rasch tödlich.In der Ruhephase (also ohne Blattwerk bzw. wenn die Pflanze beim Einziehen ist) sollte man gar nicht düngen, in der Wachstumszeit darf es schon ein wenig Normaldünger sein. Frisch eingetopfte Zwiebeln muss man gar nicht düngen.

Die Vermehrung einer Weißen Meerzwiebel (via Samen oder mittels Tochterzwiebeln) ist mir bisweilen noch nicht gelungen – bisweilen ist es auch nicht immer gelungen, die Zwiebel jedes Jahr zum Blühen zu bringen. Aber ich bin ja schon froh, wenn diese nach monatelanger Ruhezeit wenigstens wieder Blätter kriegt – kommen diese zuerst, wird’s aber mit der Blüte leider nichts mehr…

Weiße Meerzwiebel im Oktober

Weiße Meerzwiebel im Oktober

Wird es dann im Oktober deutlich kälter (unter 10 Grad Nachttemperatur), übersiedelt die (meist gerade so richtig in Saft kommende) Meerzwiebel dann ins Haus. Zögern Sie diesen Zeitpunkt möglichst lange raus – Frost darf es aber nicht einmal kurzfristig haben! Im Haus wäre ein heller Platz sehr förderlich.

Nach Entfernung des vertrockneten Stängels im Winter kommt die Zwiebel dann ca. im Mai (auch wieder zumindest 10 Grad Nachttemperaturen sollte es schon haben) wieder an die Sonne – und braucht dann wieder ein paar Monate, um erneut loszulegen.

Gießkanne Echte Meerzwiebel – Drimia maritima

Echte Meerzwiebel Zwiebel

Echte Meerzwiebel Zwiebel, Ruhezeit

Todesursache Nr. 1 der Echten Meerzwiebel in unseren Breiten: Übergießen, zu viel Feuchtigkeit.

Während die Zwiebel ruht, maximal 1x monatlich sparsam gießen, sobald sich im Spätsommer/Frühherbst Blüte bzw. Blätter zeigen, sollte man dann immer gießen, wenn das Substrat oben abgetrocknet ist – ist das den einen oder anderen Tag nicht möglich, bleibt der Zwiebel immer noch ihr Vorratsspeicher.

Das ist (im Vergleich zu normalen Saisonpflanzen) natürlich ziemlich ungewöhnlich (Gießen primär im Herbst/Winter) – die Pflanze hat aber (auch bei uns) einen komplett anderen Rhythmus, den es auch einzuhalten gilt.