Palisaden-Wolfsmilch

Euphorbia characias – Palisaden-Wolfsmilch

Aus der Familie der Wolfsmilchgewächse stammt die Palisaden-Wolfsmilch, ein buschiges Gewächs, welches man primär im Süden Europas (z.B. Portugal, Italien, am Balkan bis hin zu Griechenland) häufig antrifft – insbesondere in ziemlich verwilderten Gegenden wie z.B. Brachflächen oder Maccien.

Palisaden Wolfsmilch auf Insel Cres

Palisaden Wolfsmilch auf Insel Cres

Erstmals ansichtig wurde ich der Palisaden-Wolfsmilch auf einem meiner unzähligen Besuche auf der kroatischen Insel Cres, wo neben dem Straßenrand eine Menge gelber “Blütenbüsche” zu erblicken waren.

Irgendeinmal (wie immer im April oder Mai, wenn es auf Cres noch ruhig ist) blieb ich dann in der Einöde stehen und sah mir die Pflanzen genauer an: Es handelt sich dabei um eine Menge 30-100cm hoher Stängel mit Blättern, bei denen sich in der Blütezeit oben dann wunderschön gelbe Blütenstände (eine “Scheinblüte”) zeigen.

Nachdem es ob der Unmengen an Pfanzen nicht so aussah, als ob es sich hier um eine botanische Rarität handelt (tut es auch nicht), grub ich also ein kleines Pflänzchen vorsichtig aus und setzte es im heimischen Garten ein.

Standort, Pflege und Überwintern der Palisaden-Wolfsmilch

Wie schon erwähnt – die Euphorbia characias ist keine besonders anspruchsvolle Pflanze – im Gegenteil!

Palisaden-Wolfsmilch blüht Mitte April im Garten

Palisaden-Wolfsmilch blüht

Idealerweise steht diese in der Sonne und nicht zu sehr im Wind – passen Sie aber auf, dass Sie den Ausbreitungsraum für die Pflanze großzügig halten: Die Wolfsmilch vermehr sich nämlich prächtig und geht sowohl in die Breite als auch in die Länge! Quasi ein hoher Bodendecker…

In Regionen mit besonders kalten Wintern (z.b. alpin) ist ein Frostschutz wohl nicht unangebracht, bei mir (Stadtrand von Wien) wurden schon mehrere Winter ohne Frostschutz wunderbar überlebt – die Pflanze bleibt sogar über den Winter grün. Wer auf “Nummer Sicher” gehen will, kann die Wolfsmilch natürlich auch im Kübel “halten” bzw. überwintern – ausschließlich im Kübel befindliche Pflanzen werden aber nicht die Pracht von Freilandpflanzen erreichen.Im (sehr kalten) Winter 2016/2017 gab es zwar deutliche Frostschäden an den meisten Stängeln, die Pflanzen (an verschiedenen Standorten) überstanden aber in Summe (als Einheit gesehen) trotzdem gut den Winter – wiewohl die Blüte ob vieler erfrorenen Stängel natürlich deutlich geringer ausfiel als in den Vorjahren.

Palisaden-Wolfsmilch nach Winter

Palisaden-Wolfsmilch nach Winter

Palisaden-Wolfsmilch erfroren

Palisaden-Wolfsmilch teilweise erfroren

Palisaden-Wolfsmilch nach Winter

Palisaden-Wolfsmilch nach Winter- vor Blüte

Im Mittelmehrraum liebt die Palisaden-Wolfsmilch Kalk, sandige Böden oder Kies – bei mir tut es normale Gartenerde auch wunderbar, Düngen scheint hier absolut nicht notwendig zu sein.

Im 4. Jahr erreichten die längsten Stängel der Wolfsmilch sogar deutlich über 1 Meter Höhe – es scheint, gerade (mit dem Mittelmeerraum verglichen) der Boden, der häufigere Niederschlag und die nicht zu heißen Sommer machen der Pflanze viel Freude.

Blüte Wolfsmilch

Blüte Wolfsmilch

Die Pflege ist demnach fast vernachlässigbar: Ab und an schneide ich im Herbst ein paar verholzte Stängel weg bzw. hindere die Konglomerate an weiterer Ausbreitung. Achtung: Wenn Sie grüne Stängel wegschneiden, gibt es darauf natürlich auch keine Blüte mehr!

Und nochmals Achtung: Der Stamm (Stängel) der Wolfsmilch führt giftigen Milchsaft – beim Schneiden also aufpassen bzw. Handschuhe tragen – bekommen Sie Milchsaft auf die Haut, kann das -insbesondere wenn noch ein wenig die Sonne draufscheint- ziemlich unschöne Abdrücke hinterlassen. Also gleich abwaschen und auch Sorge tragen, dass Kleinkinder/Kinder nicht an die Pflanzen kommen…

Vermehren der Palisaden-Wolfsmilch

Entweder Sie verwenden Stecklinge (siehe Link) oder ernten Samen (Anzuchtanleitung ebenfalls beim Link) – sobald die Blüten nämlich verblüht sind, kommt es zur Samenbildung.

Blüte Palisaden-Wolfsmilch

Blüte Palisaden-Wolfsmilch

Die Blüte der Palisaden-Wolfsmilch findet in der Regel von März bis Juni (bei uns eher im April) statt – im Sommer (sobald die Blüten komplett ausgetrocknet sind) kann man dann schon wunderbar Samen einlagern.

Bei mir war keinerlei Hilfe vonnöten: Die Pflanze entwickelte sich in den ersten Jahren so prächtig, dass sie in den ganzen Garten Samen ausbringen konnte – und ein massiver Überschuss an Eurphorbia characias entstand…

Die Jungpflänzchen gingen bei mir schon im selben Jahr auf – und überstanden auch harmlose Winter. Bei strengeren Wintern sind ist eine Saat im Frühjahr (frostfrei!) wohl sinnvoller.

Giesskanne:

Durst hat die Palisaden-Wolfsmilch nicht besonders viel – die heimischen Regenfälle reichen wohl (außer in Ausnahmehitzewellensommern) völlig aus, da ist man aus dem Mittelmeerraum strengere Bedingungen gewöhnt…

Darum sind meine Wolfmilch-Pflanzen wohl auch ein wenig größer, als deren Vorfahren auf Cres…

Kleinere Pflanzen freuen sich natürlich auch im Sommer über wachstumsförderndes Wasser, das gerne auch kalkhältig sein darf.

In Summe ist die Palisaden-Wolfsmilch aber eine sehr hübsche und absolut pflegeleichte Pflanze!

Infos Palisaden-Wolfsmilch

Palisaden-Wolfsmilch bei Hausgarten.net