Lithops – Lebende Steine

Lithops – lebende Steine – und kleine Diven

Lithops - Lebende Steine

Lithops – Lebende Steine

Die in Afrika (Südafrika, Namibia, Botswana) beheimateten Lithops (“lithos” griechisch für Stein, “opsis” für Aussehen) sind bei Groß und Klein mittlerweile auch in Österreich sehr beliebt – wiewohl es sich bei Lithops um Pflanzen handelt, deren Pflege gar nicht so einfach ist, wie die eines Steins…

Lithops sind sukkulente Pflanzen aus der Familie der Mittagsblumengewächse und der Unterfamilie der Ruschioideae, deren Ähnlichkeit mit den Steinen, zwischen welchen sie wachsen, zu deren Namen geführt hat. Derartiges nennt man übrigens auch “Mimese” – die auch im Tierreich bekannt ist.

Die Verbreitung der Lithops im Handel hat sich aber mittlerweile etwas beruhigt – zu viele Lithops sind den interessierten Käufern sehr rasch eingegangen. Was auch logisch ist, sind Lithops nämlich durchaus heikle Diven.

Todesursache Nr. 1 bei Lithops: Ertränken!Wer sich Lithops im qualifizierten Fachhandel zulegt und noch keine einschlägigen Erfahrungen hat, sollte sich unbedingt (individuell auf die Lithopsart zugeschnitten) beraten lassen – und sich anfangs auch eher besonders kleine Exemplare zulegen. Je größer und älter Lithops werden, desto heikler (und natürlich auch teurer) sind sie nämlich.

Lophophora williamsii - altes Cluster

Lophophora williamsii – altes Cluster

Nicht nur die “kleinen Steine” (also die “Blätter” des Lithops) sind schön anzusehen – wessen Lithops sich wohlfühlt, blüht auch prächtig (ähnlich wie Kakteen). In natürlicher Umgebung (also in Afrika) folgen die Blüten nach der Regenzeit (=Hauptwuchszeit), welche in Afrika dann von September bis November ihr Ende hat.

Da oder dort (Afrika oder Europa): Wenn alles passt, bekommen Lithops 1x jährlich neue Blätter (die Blätter sind die “Steine”), welche sich quasi aus den alten Blattkörpern rausschieben und diese langsam seitlich verdrängen/ablösen.

Lithops mit Blüte

Lithops mit Blüte

Die alten Blattkörper dienen demnach als Schutz und auch als Wasserspeicher – gießen Sie die Pflanzen beim “Generationenwechsel” erst dann, wenn die neuen Blätter die alten komplett verdrängt haben (die alten Blätter vertrocknen dann scheinbar).

Bei in Europa gezogenen Exemparen verschieben sich die Wachstums- und Blühzeiten natürlich massiv und oft sehr individuell und richten sich nach Licht-, Temperatur- und Wasserangebot.

Achtung: Manche Lithopsarten ziehen sich in der Ruhezeit gänzlich in den Boden (ihre Pfahlwurzel) zurück. Es ist also nicht immer fix, dass Sie ihren Pflegling “gekillt” haben, manchmal schläft dieser auch nur;-)

Demnach immer ein wenig zuwarten oder Experten fragen, ob der Status Quo der Lithops die temporäre oder ewige Ruhe darstellt…

Pflege, Standort, Überwintern und Vermehren von Lithops:

Lithops lieben die direkte Sonne (mögen es hell und vollsonnig) – bei uns werden diese aber ausschließlich als Zimmerpflanzen (mit ein wenig “Freigang” im Sommer) gezogen.

So Sie die Pflanzen ein wenig auf “Sommerfrische” (ab 10 bis 15 Grad plus Nachttemperatur durchaus sinnvoll) gehen lassen wollen, stellen Sie diese zuerst ein paar Tage halbschattig auf: Sie schmieren Ihren zumeist im Winter weiß gewordenen Körper beim Winterurlaub in der Karibik ja auch mit Sonnencreme ein – auch die sonnenhungrigen Lithops benötigen bezüglich Sonne eine gewisse Eingewöhungszeit…

Lithops

Lithops

Im Normalfall werden Lithops aber primär im Haus bzw. im Glashaus gezüchtet, zwischen Juni und September (nur wenn es warm ist!) freuen sich die lebenden Steine aber auch über besonders heiße Temperaturen.

Frost ist für Lithops tötlich – im Winter sollten 10 bis 15 Grad und ein heller Standort gewährleistet sein. Da ich weder helle Garage noch hellen Keller oder beheizten Wintergarten bzw. Glashaus besitze, gibt es bei mir “nur” Zimmertemperatur, welche aber auch kein wirkliches Problem darstellt.

Blühender Lithops weiß

Blühender Lithops weiß

Sehr wichtig ist die Erde, in welche die Lithops ihre Wurzeln schlagen: Diese sollte ziemlich nährstoffarm sein und auch sehr viele Mineralien enthalten.

Ich verwende diesbezüglich eine gut gemischte Kakteenerde und menge hier auch Kies und Quarzsand bei. Jeder Qualitätsfachhändler hat hier sicher eine gute Mischung für Sie parat – Sie können aber natürlich auch selbst mischen, was erfahrene Lithopszüchter auch tun.

Sehr gut wasserdurchlässliche Erde und null Staunässe sind Grundvorraussetzung, dass die Lithopskolonie nicht verfault.

1x jährlich bekommen meine Lithops auch ein wenig Kakteendünger – diesbezüglich streiten die Fachleute noch, ob das überhaupt notwendig sei…

Vermehrung: Ältere Pflanzen haben die Fähigkeit, sich vegetativ zu vermehren – d.h. aus einem “Lithopsblatt” sprießen dann plötzlich 2 Blätter, sogenannte “Lobenpaare”.

Auch durch Teilung bzw. mittels Samen lassen sich Lithops angeblich leicht vermehren – da ich hier noch keine bzw. zu wenig Erfahrungen habe, darf ich bezüglich Vermehrung auf die Linktipps verweisen.

Giesskanne bei Lithops:

Lithops mit gelber Blüte

Lithops mit gelber Blüte

Maximal ein “Gießkännchen” ist hier notwendig – und das auch nur sehr selten!

Die Topfballen sollte man bei Lithops nur ein wenig anfeuchten, quasi in Tropfen gießen…

Lassen Sie die Erde bis zum nächsten Gießen oben gänzlich abtrocknen, verwenden Sie idealerweise auch nur Regenwasser bzw. sehr kalkarmes Wasser.

Pflanzen in der Ruhephase gar nicht gießen, in der Wachstumsphase auch erst dann, wenn der neue Blattkörper das alte Blatt gänzlich verdrängt hat.

Ein Tipp von meinem Lithops-Berater: Erst dann ein kleines Schlückchen gießen (anfeuchten), wenn der Lithopskörper (= das Blatt) kleine Falten/Runzeln macht. Das ist ein ziemlich untrügliches Zeichen dafür, dass die Pflanze wieder Wasser vertragen kann.

Eine Diva, die Lithopspflanze – aber eine schöne Diva!

Weitere Infos über Lithops:

Lithops bei Wikipedia

Lithops vermehren plus Infos