Gerrardanthus macrorhizus

Gerrardanthus macrorhizus – Der Bigfoot unter den Caudexpflanzen

Gerrardanthus macrorhizus mit frischen Trieben

Gerrardanthus macrorhizus mit frischen Trieben Anfang Mai

Eine ganz tolle Knolle unter den Kaudexpflanzen bietet Gerrardanthus macrorhizus, eine -wie bei vielen exotischen Kaudexpflanzen nicht unüblich- aus Südafrika bzw. Swasiland stammende Pflanze aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae).

Gerrardanthus macrorhizus hat nicht nur einen ungewöhnlichen und schwer zu merkenden Namen (in englischsprechenden Gebieten ist auch “Bigfoot” üblich), sondern als adulte Pflanze einen ausgesprochen gewaltigen Kaudex zu bieten, welcher bis zu 1 Meter Breite möglich wäre.

Aus dem Caudex/Kaudex erhebt sich dann ein “Stengel-Ast”, von dem aus die weitere Ranken- bzw. Blätterbildung ausgeht.

Steht Gerrardanthus macrorhizus in der Wachstumszeit voll im Saft, bildet er viele Ranken aus – ein Rankgitter macht insbesondere bei größeren Pflanzen sehr viel Sinn. Bei kleineren Bigfoots ist hingegen der eine oder andere Stab/Stecken ausreichend – daran kann sich die Pflanze dann wunderbar hochhanteln.Hat man genug Platz, lässt man den Ranken aber freien Lauf – insbesondere bei jüngeren Exemplaren sieht Gerrardanthus macrorhizus auch im Hängekorb sehr attraktiv aus.

Bei sehr sonnigen Standorten ist die Pflanze sogar froh, wenn sich die Blätter über den Caudex legen können – in freier Wildbahn schützen diesen die Blätter der sehr hitzetoleranten Pflanze nämlich hervorragend.

Gerrardanthus macrorhizus

Gerrardanthus macrorhizus

Im Winter verliert die Pflanze bei uns zumeist einige (oft auch alle) Blätter, treibt aber im Frühling (ca. April oder Mai) dann wieder rasch aus.

Für die erfolgreiche Vermehrung von Gerrardanthus macrorhizus sind übrigens zumindest 2 Pflanzen notwendig – Gerrardanthus macrorhizus ist diözisch, soll heißen, es bedarf sowohl eine männliche als auch eine weibliche Pflanze.

Standort und Pflege von Gerrardanthus macrorhizus

Prinzipiell ist die Pflanze primär für Haus/Glashaus bzw. geheizten Wintergarten geeignet: Eine Minimumtemperatur von 10 Grad sollte kaum unterschritten werden, ab fixen Nachtemperaturen von 13-15 Grad plus darf (und sollte) die Pflanze aber auch nach draußen gebracht werden.

Soll heißen: In den meisten Regionen Österreichs wird Gerrardanthus macrorhizus von ca. Oktober bis Mai (alpin wohl von September bis Ende Mai) drin (und möglichst hell) stehen, von Juni bis September gibt es dann ca. 4 Monate “Sommerfrische”.

Ein helles Winterquartier mit ca. 15 Grad wäre wohl ideal – bei uns waren für die Pflanze auch 20 Grad o.k.

Gerrardanthus macrorhizus Caudex

Gerrardanthus macrorhizus Caudex

Im Garten sollte die Pflanze zwar dann auch hell stehen, zu viel direktes Sonnenlicht mag der Caudex aber überhaupt nicht (es sei denn, er ist komplett unter den Blättern verborgen) – ein halbschattiger Platz (idealerweise mit Dach darüber) wäre fein. Wie bei allen Pflanzen, welche die ersten Blätter schon im Haus ausgebildet hat, gilt: Nicht gleich in die pralle Sonne stellen, erst ein paar Tage an diese gewöhnen…

In Sachen Substrat ist Vorsicht geboten: Keinsfalls normale Erde, Torf etc. verwenden – Gerrardanthus macrorhizus braucht eine sehr gute Drainage und dazu eignen sich z.B. Perlite, Vulkangestein oder Bimsstein recht gut.

In der Wachstumsperiode (Frühling bis Sommer) ist auch mäßiges Düngen erlaubt – Gerrardanthus macrorhizus ist aber diesbezüglich sehr genügsam.

Jungpflanzen (4-5cm Durchmesser der Pflanze) gibt es im Handel schon um rund 10 Euro.

Gießkanne Gerrardanthus macrorhizus:

Wie schon das Düngen bzw. das Substrat verrät, ist Gerrardanthus macrorhizus keine sehr durstige Pflanze – immerhin gibt es ja auch einen dicken Kaudex.

Gerrardanthus macrorhizus mit Blüten, Juni

Gerrardanthus macrorhizus mit Blüten, Juni

Die Pflanze am Bild wurde seinerzeit deutlich zu viel gegossen und stand auch recht kalt, konnte aber durch eine “Trockenkur” (faule Stelle entfernt) gerettet werden und entwickelt sich seither prächtig.

Gießen Sie also nur in Hitzeperioden etwas häufiger (1-2x pro Woche reicht), an wärmeren Tagen reicht 1x pro Woche absolut. Lassen Sie das Substrat zwischen den Wasserdotationen gänzlich abtrocknen und vermeiden Sie unbedingt auch Staunässe! Der Untersetzer am Bild ist eigentlich nur zum Schutz des Fensterbretts da – Wasser sollte der niemals sehen und wenn schon: gleich entfernen!

Im Winterquartier benötigt Gerrardanthus macrorhizus dann ganz wenig Wassergaben: 2x pro Monat im Herbst, maximal 1x pro Monat von November bis Februar und dann wieder 2x pro Monat bis zum sichtbaren Wachstum im April/Mai haben sich bei mir bisweilen bewährt.

Weitere Informationen Gerrardanthus macrorhizus:

Im deutschsprachigen Internet sind gute Infos über Gerrardanthus macrorhizus leider noch sehr rar – so Sie eine gute Infoseite mit weiterführenden Infos finden, freuen wir uns über Ihre Mitteilung!