Bergenien

Bergenien – Wickelwurzen

Bergenien Blüte

Bergenien Blüte

Es gibt Pflanzen, die geraten irgendwie leicht in Vergessenheit. Das ist oft der undankbare Lohn dafür, dass sie jahrzehntelang im Garten für ihre Blütenpracht gesorgt haben – und dabei ziemlich pflegeleicht waren (also kaum für Umstände gesorgt haben).

So eine Pflanze war bei uns die Bergenie (lat. Bergenia).

Erst beim Fotografieren einiger interessant erscheinender Blumen fiel auf: Das steht doch etwas die ganze Zeit und blüht dabei auch noch ab und an.

Erst nach längerer Recherche stellte sich heraus: Das ist eine Bergenie (oder auch Wickelwurze, Gamsveilchen, Riesensteinbrech etc. genannt).Die Pflanze aus der Familie der Steinbrechgewächse trägt auch den wissenschaftlichen Namen “Bergenia” – benannt nach dem deutschen Mediziner und Botaniker Karl August von Bergen.

Bergenien sind eigentlich eher im zentral- bzw. ostasiatischen Gebirge beheimatet – ein Umstand, der Bergenien bei uns zu immergrünen, frostharten und kaum umzubringenden Pflanzen macht.

Bergenie im Sommer

Bergenie im Sommer

Die großen und breiten Blätter (Blatthöhe bis 30 cm) lassen sich auch in höheren Lagen nicht so leicht unterkriegen – und verfärben gerade ab und an (je nach Witterung) die Blätter. Grundsätzlich sind die Blätter der Bergenien grün und die (hübschen und spektakulären) Blüten sind rosa – aber  auch Rötungen im Blattwerk sind temporär nicht ungewöhnlich.

Im Handel findet man dieser Tage wieder nachgezüchtete Bergeniensorten in mehreren Farbvarianten – Rosa, Violett und Weiss sind hier bei den Blüten aber nach wie vor dominant.

Die eigentliche Blütezeit der Bergenien ist in unseren Breiten im April/Mai – bei manchen Sorten kommt es im Herbst zu einer Nachblüte.

Bergenie im Garten

In asiatischen Gebirgslagen lieben die dort befindlichen Bergenien-Vertreter zumeist feuchte und schattige Wäldern. Auch an Bächen finden sich Bergenien.

Bergenie nach Winter - Anfang März

Bergenie nach Winter – Anfang März

Nachdem in unseren Breiten Bergenien sehr leicht auch im Schatten ein dauerhaftes Dasein führen können, haben viele Gärtner die Bergenie als Bodendecker für unattraktive (schattige und feuchte) Plätze entdeckt.

Und tatsächlich: Bergenien gedeihen an recht unwirtlichen Plätzen – und belohnen diese Rolle als Lückenbüßer im Garten auch noch oft mit Blüten. Auch im Steingärten hat sich die Bergenie schon bestens bewährt; einen Teichrand könnten man ebenso hübsch mit Bergenien bepflanzen.Sehr wohl sollte man Bergenien aber auch ein wenig Sonne gönnen – die Wahrscheinlichkeit einer blühenden, hübschen und glücklichen Pflanze erhöht sich damit massiv. Zu viel Schatten wird hingegen eher nur mit langen Blättern belohnt.

Bergenie Ende März

Bergenie Ende März

Im Internet wird man immer wieder Berichte von in der prallen Sonne stehenden und prächtig gedeihenden Bergenien finden – hier sollte man aber auf die Gießkanne nicht ganz vergessen.

So der gewählte Standort nicht passt, lässt sich die Bergenie aber leicht umsetzen.

Aber Achtung: Fühlt sich die Pflanze einmal richtig wohl, so  verbreitet sich die Bergenie sehr rasch an Ort und Stelle.

Apropos Vermehrung: Diese erfolgt normalerweise durch Samen – aber auch durch Stecklinge aus verholzten Triebstücken (die sogenannten Rhizomenschnittlinge) lassen sich Bergenien recht einfach und gezielt vermehren.

Als idealer Standort kann ein halbschattig bis schattiger, lehmiger und humoser (aber durchlässiger) nährstoffreicher Boden mit viel Kalk empfohlen werden – Bergenien wachsen aber in unseren Breiten fast überall. Blüht die Bergenie nicht, ist ein Standortwechsel zu empfehlen.

Nach dem Winter könnte man abgestorbene Blätter und alte Blütenstände abschneiden bzw. sollte sich zu stark ausbreitende Gewächse bei den Rhizomen (“Wurzelstöcken”) abgraben. Macht man das aber nicht und lässt die Bergenie einfach Bergenie sein, wird es ihr auch kaum schaden.

Eine wirklich tolle Pflanze – und ein absoluter Geheimtipp für faule Gärtner!

Informationen über Bergenien:

Bergenien bei Wikipedia

Bergenien – Tipps