Avocado

Avocado – kernige Zucht

Ursprünglich kommt das Lorbeergewächs Avocado (Persea Americana, früher auch häufig: Butterfrucht) ja aus Südamerika –  mittlerweile werden unzählige Sorten in warmen Gegenden rund um den Erdball kultiviert. Nachdem man in unseren Breiten jedoch selten tropische  Verhältnisse vorfindet, ist die Avocadofrucht bei uns eher in den Supermärkten denn in Gärten und Glashäusern verbreitet.

Avocado-Pflanze

Avocado-Pflanze

In wärmeren und trockeneren Gebieten werden Avocadobäume 15 bis 20 Meter hoch und tragen nach etwa 10 Jahren erstmals Früche.  Die birnenförmigen bis runden Früchte der Bäume beinhalten viele ungesättigten Fettsäuren und sind daher auch in der Medizin von Bedeutung.
Aber Achtung: Die Avocado hat weist einen äußerst hohen Fettgehalt auf – nicht umsonst wurde sie früher bei langen Seereisen als Fleischersatz verwendet.

Die Früchte (die eigentlich Beeren sind) werden für den Export noch grün vom Baum geerntet und gelangen dann zumeist noch recht unreif in die  heimische Obstabteilung. Kein Problem: Harte Früchte kann man zu Hause noch nachreifen lassen – erst wenn die Frucht auf leichten Druck nachgibt,  ist der ideale Zeitpunkt zum Weiterverarbeiten gekommen.Egal, wie Sie die Avocados nun verspeisen wollen (Avocadocreme, Avocadosalat etc.) – die Schale und den dicken Kern (=Samen) sollten Sie vorher unbedingt entfernen. Und hier beginnt auch schon der für Hobbygärtner interessante Teil:

Avocados aus Samen ziehen:

Kern Avocado nach Austrieb

Avocadokern nach Austrieb – Zahnstocher noch im Kern.

Die Anzucht von Avocadopflanzen ist relativ einfach – aber auch durchaus spektakulär!

Nachdem Sie den dicken Avocadosamen (Avocadokern) gänzlich vom Fruchtfleisch getrennt haben, weichen Sie diesen ca. 2 Tage in warmen (ca. 25 Grad)  Wasser ein – idealerweise in die Nähe der Heizung stellen (soweit gerade aktiv).

Dann trennen Sie vorsichtig die dünne, braune Haut vom Avocadokern ab.

Zahnstochertrick für Avocadokerne

Avocado Vorzucht ohne Zahnstocher

Avocado Vorzucht ohne Zahnstocher

Es folgt der berühmte “Zahnstochertrick”: Stechen Sie in (etwa in der Mitte des Kernes) 3 Zahnstocher (rundum gleichmäßig verteilt) in den Kern. Und zwar so tief, dass die Zahnstocher so gut im Kern stecken, dass diese den Kern auch halten können.

Im nächsten Schritt hängen Sie nämlich diese bizarre Konstruktion mit der stumpfen Seite nach unten über ein passendes mit Wasser gefülltes Gefäß (z.B. kleines Marmeladeglas, Gurkenglas etc.). Zumindest ein Drittel des Samens sollte unbedingt immer im Wasser sein.

Stellen Sie nun die Anzuchtkonstruktion in einen dunklen aber warmen Bereich der Wohnung (auch hier ist Heizungsnähe oft vorteilhaft) und warten Sie ein paar Tage. Zwischenzeitlich immer etwas verdunstetes Wasser nachfüllen – kleinere Behälter werden in der Nähe von Wärmequellen nämlich rasch verdunsten…

Schon nach wenigen Tagen werden Sie im Samen einen immer größer werdenden Längsriß erkennen – der Avocadosamen keimt! Ein paar Tage später erscheinen unten die ersten kleinen Wurzeln, noch ein wenig später sieht man plötzlich den dicken Sproß aus dem Kern nach oben wachsen. Spätenstens jetzt sollte klar sein, dass Sie die Avocado mit der richtigen (stumpfen) Seite nach unten gepflanzt haben;-)Sobald der Avocadosproß sichtbar ist, stellen Sie den Keimling hell – Wärme schadet weiterhin nicht. Nun kann man noch einige Wochen beim Ausbilden der Wurzeln zusehen. Ist der Anzuchtbehälter schon ziemlich mit Wurzelwerk gefüllt, ist es nun Zeit, das Avocadopflänzchen in Blumenerde einzutopfen. Bitte keinesfalls den Kern entfernen – dieser bietet dem Keimling noch sehr lange Nahrung und fällt später ohnehin selbständig ab.

Blätter Avocadopflanze

Blätter Avocadopflanze

Natürlich kann man den Kern auch gleich in die Erde setzen (2 bis 3 cm tief, siehe Bild oben) – die “Zahnstochermethode” ist aber jedenfalls attraktiver und bringt im Vergleich auch etwas mehr Erfolg in Sachen Keimung.

Sollten Sie die Direktsaat bevorzugen, gilt es in der Wurzelbildungsphase für hohe Luftfeuchtigkeit (z.B. Plastiksackerl, kleines Gewächshaus etc.) zu sorgen.

Heller Standort (keine direkte Sonne!) und Temperaturen +20 Grad sind hier auch empfehlenswert.

Standort, Pflege und Überwintern von Avocados

Sonne, Sonne, Sonne und guter Windschutz ist für die Avocados lebenswichtig. Kälte hingegen mögen die anfangs sehr rasch wachsenden Pflanzen hingegen gar nicht – schon lange vor den ersten Frösten sollten die Bäumchen wieder im Haus, Wintergarten oder im warmen Glashaus sein. Auch wenn die Pflanzen im Winter zumeist sehr leiden – keinesfalls zu früh rausräumen! Unter 15 Grad werfen Avocados gerne ihr Blattkleid ab…

Im Sommer reichlich gießen aber Überschwemmungen (Staunässe) der Kübelpflanze vermeiden. Daher sind auch Düngerbeigaben (Stickstoff und Kalium sind gefragt) im Sommer ideal – insbesondere, wenn sich vielleicht sogar ein Fruchtstand (selten, aber doch) zeigt. Mit Früchten sieht es aber (bei einfacher Zucht) in unseren Breiten nicht sehr gut aus…Im Herbst, Winter und im Frühling darf es hell und nicht zu kühl sein – ca. 15 Grad sollten optimal sein. Ein Überwintern im Garten wird leider nur in frostfreien Regionen gelingen. Im Winter dann nur wenig gießen – aber nicht gänzlich austrocknen lassen. Avocados sind immergrüne Pflanzen – benötigen daher auch im Winter etwas Nahrung.

Bezüglich Erde sind Avocadopflänzchen nicht sehr anspruchsvoll – ein Erde-Sand-Gemisch funktioniert zumeist wunderbar, die Erde sollte aber nicht zu sauer sein.

Sehr häufig werden Blätter von Avocadobäumchen braun oder fallen gänzlich ab – die Pflanze ist dadurch aber noch nicht in allen Fällen verloren! Schneiden Sie trostlos aussehende Expemplaren einfach zurück – es bestehen gute Chancen auf ein Comeback der Avocado.

Giesskanne:

Durchschnittlicher Durst – Staunässe vermeiden.

Avocadorezepte und Informationen über Avocados

Avocado – Infos bei Wikipedia
Avocadorezepte bei Chefkoch.de
Avocadorezepte von Marions-kochbuch.de