Walderdbeeren

Die wirklich heimischen Erdbeere: Die Walderdbeere

Walderdbeeren reif

Walderdbeeren reif

Mangels eigener “Obstrubrik” bei uns zum Gemüse gemacht: Fragaria vesca, die Walderdbeere, bei uns auch ab und an unter “Monatserdbeere” oder “Buscherdbeere”  bzw. “kleine Erdbeere” bekannt.

Die Walderdbeere entstammt der Gattung der Erdbeeren und der Familie der Rosengewächse und ist eine mehrjährige, teils wintergrüne und vor allem einheimische Pflanze: Im Gegensatz zur (deutlich größeren) Gartenerdbeere ist diese nämlich in Europa und Nordasien in Mengen natürlich vorkommend, während wir die Gartenerdbeere aus Südamerika importiert haben.

10 bis 30 cm wird so eine Pflanze der Walderdbeere hoch, fängt zumeist im März/April mit dem Austrieb an (je nach Winter und Lage) und bildet dann im April bzw. Mai (bzw. bei viel Sonne und ausreichender Nährstoffversorgung auch später) ihre weißen Blüten mit gelber Mitte aus.Bei guter Laune der Pflanze reifen dann aus den Blüten innerhalb weniger Wochen 0,5 bis 1,5 cm lange Nussfrüchte, die sogenannten Walderdbeeren, welche dann erntereif sind, wenn sie komplett gerötet sind und sich leicht von der Pflanze trennen lassen. Möchte man die Erdbeere gleich verspeisen, ist auch ein kleiner Druck zur Sicherstellung der Reife möglich. Routinierte Erdbeerpflücker erkennen aber den Reifegrad alleine durch die Färbung.

In unseren Breiten finden sich Walderdbeeren fast überall an Waldrändern oder Wegesrändern (mit Verschattung), auch in den Bergen kann man beim sommerlichen Wandern bis 2.000 Meter oder noch höher immer wieder Erdbeerstauden -und manchmal auch Früchte- finden.

Die klassische Walderdbeere trägt rote Früchte, in vielen Gärten (und Märkten) haben sich aber auch schon längst Exemplare mit weißen Erdbeeren eingefunden, die ebenso köstlich und aromatisch sind, wie die roten Originale.

Aus den Gärten wurde die Walderdbeere durch die Entdeckung der ertragreicheren Gartenerdbeere zwar schon längst ziemlich verdrängt – ein paar Walderdbeeren gehören aber wohl in jeden heimischen Garten: Zu lecker schmecken die kleinen Früchte der in Zuchtform “Monatserdbeere” genannten Pflanze. Mittlerweile gibt es auch schon viele Züchtungen, die vom Mai bis zum Frost Früchte tragen, besonders beständig halten sich bei mir aber (ohne viel Pflegeaufwand) die Pflanzen, die schon seit vielen Jahrzehnten/Generationen den Garten besiedeln. Mit gekauften Walderdbeeren halten sich die Erfolge bei mir eher in Grenzen…

Daher Emfehlung: Holen Sie sich ein paar kleine Pflanzen aus der Natur – sie sind dort massenhaft vorhanden…

Walderdbeeren Blüte Anfang Mai

Walderdbeeren Blüte Anfang Mai

Neben der Verwendung als kleiner und köstlicher Happen bzw. Erdbeerjoghurt haben die Walderdbeeren schon lange auch als Heilpflanze ihre Popularität: Von der Verwendung frischer Erdbeerblätter bzw. auch getrockneten Erdbeerblättern als Tee (z.B. gegen Durchfall, Magenentzündungen, Gastritis) etc. gibt es auch Anwendungen zwecks Erlangen eines blassen Teints, als Bekämpfung von Sommersprossen uvm….

Häufig werden die Walderdbeeren in freier Wildbahn übrigens mit den Moschus-Erdbeeren verwechselt (siehe Linktipps unten),  selbiges gilt auch für die Indische Scheinerdbeere, die sich (aus Asien kommend) bei uns schon ziemlich invasiv vermehrt hat und auch bei mir nicht aus dem Garten zu kriegen ist. Mehr dazu auch bei den Linktipps – die Indische Scheinerdbeere (Gartenbesitzer kennen diese ziemlich sicher) ist übrigens ziemlich geschmacksleer, aber immerhin nicht giftig.

Pflege und Standort von Walderdbeeren:

In freier Natur vermehren sich Walderdbeeren derart häufig an allen möglichen Plätzen, dass viele Exemplare gar nicht einmal das Blühstadium erreichen, geschweige denn eine dunkelrote, süße Erdbeerfrucht ausbilden können.

Dabei ist die Walderdbeere eigentlich überhaupt nicht heikel – nur zu sonnig, zu heiß und zu trocken sollte sie es nicht haben (ganz im Gegensatz zur Gartenerdbeere, die mag ganztägig viel Sonne).

Ein halbsonniger Platz (z.B. mit Morgen- oder Abendsonne, idealerweise beides) ist wohl ideal – dort kann die Walderdbeere einerseits Blüten ausbilden, andererseits vertrocknet diese auch nicht so leicht wie in praller Mittagssonne.

Walderdbeeren April

Walderdbeeren April

Kalkreiche, feuchte, gut durchlässige, nährstoffreiche und humusreiche Böden wären ideal (siehe Waldränder) – steht die Pflanze zu schattig, wird die Ernte aber wohl bescheiden ausfallen. Steht diese zu feucht (Staunässe), droht Fäulnis. In Summe wird man aber an fast allen Standorten Erfolge erzielen können, bei mir bilden die in einem Blumenbeet beheimateten Walderdbeeren mittlerweile sogar in der Schotter-Sanddrainage des Hauses eine gewaltige Kolonie, die manchmal sogar ausgedünnt werden muss…

Einfach ein paar Standorte probieren – Walderdbeeren sind ziemlich genügsam und wachsen auch gerne in Ampeln oder Töpfen. Die freie Verfügbarkeit von Jungpflanzen in der Natur lässt da schon einige Versuche zu.

Dünger benötige ich selbst absolut keinen – nur wer sehr karge Böden sein eigen nennt und so die Walderdbeeren besonders gelbliche Blätter ausbilden, sollte mit Normaldünger ein wenig nachhelfen bzw. den Standort in Frage stellen.

Die Vermehrung der Erdbeeren ist auch eine sehr leichte Übung – die erfolgt nämlich in der Regel von selbst: Einerseits bilden sich bei gesunden Pflanzen viele Ausläufern, die dann Wurzeln anlegen (ab dann kann man umsetzen), andererseits erfolgt die Verbreitung auch selbständig via Nüsschen auf der Sammelnussfrucht “Erdbeere”.

Größter Feind im Garten: Schnecken

Die Gießkanne ist bei besonders trockenen (bzw. sonnigen) Standorten durchaus gefragt – das kann man schon angesichts der natürlichen Vorkommen (gerne in feuchten Gegenden) erahnen. Ab Mai bis in den Herbst (bei manchen Zuchtsorten) also darauf achten, dass die Pflanzen auch genug Wasser bekommen.

Weitere Informationen zur Walderdbeere:

Walderdbeere

Indische Scheinerdbeere

Moschus-Erdbeeren