Winterhärtezonen in Österreich
Beim Kauf von „lebenden“ Pflanzen ist es nicht unüblich, sich über die Pflege dieser Pflanzen schlau zu machen. Denn bei vielen Pflanzenkäufen wäre man erfreut, würde diese Pflanze (im Handel oft in ihrer bestmöglichen Pracht zur Schau gestellt) auch nach der Blüte bzw. Fruchtreife in den nächsten Jahren im Garten, im Haus, am Balkon, im Glashaus etc. wieder ein schönes Bild ergeben.
Dazu trägt natürlich die bestmögliche Pflege und ein feiner Standort bei – und bei uns in Österreich sehr oft auch das Wetter. So ist eine sehr häufige Frage: „Ist diese Pflanze auch winterhart“.
Eine Frage, die sehr oft unkundig oder gar nicht beantwortet wird – insbesondere beim Pflanzenkauf im Baumarkt kommt die fachkundige Beratung oft eher zu kurz…
Ist man selber jetzt kein absoluter Pflanzenspezialist, treten Fragen nach der Winterhärte bzw. dem notwendigen Winterschutz bzw. der Mehrjährigkeit aber oft auf – denn die Fülle an neuen, exotischen bzw. unbekannten Pflanzen nimmt bei uns in allen Geschäften weiterhin zu.
Sehr oft muss man gar nicht etwaig vorhandenes Verkaufspersonal bemühen – Pflegehinweise gibt es häufig auch auf den kleinen Schildchen, die da in der Pflanze stecken. Diese sind zwar oft eher oberflächlich gehalten (da gehen natürlich keine „Pflanzenbeschreibungsromane“ drauf) – aber immer wieder liest man auch von der Winterhärtezone dieser Pflanze.
Was sind Winterhärtezonen?
Zumeist werden diese Winterhärtezonen gemäß USDA angegeben – eine Einstufung seitens US-Landwirtschaftsministerium, welche zuletzt 2012 neu erstellt wurden und auf Temperaturerfassungen der Jahr 1976 bis 2005 beruhen.
Es gibt dabei Winterhärtezonen von Zone 1 bis Zone 11 wobei die Winterhärtezone 1 (Z1) die Zone mit den kältesten Temperaturen darstellt (weniger als minus 45,5 Grad) und die Zone 11 hat die wärmsten Winter.
Die Zonen wurden seitens USDA nach der durchschnittlichen minimalen Wintertemperatur im Erfassungszeitraum ermittelt. Temperaturen also, die natürlich nicht jedes Jahr im Winter gleich ausfallen – und schon bei der Neuerfassung 2012 verschob die Klimaerwärmung einige Zonen deutlich gen Norden.
Die Klimaerwärmung (und das Verschieben der Zonen vom Süden weiter nach Norden) ist auch bei uns in Österreich schon massiv angekommen – 1976 hätte sich wohl noch niemand Hanfpalmen, Feigen oder Oliven in den Garten gestellt…
Winterhärtenzonen Österreich
Auch wenn Österreich ein kleines Land ist, ergeben sich durch die Topographie (hohe Berge, Flachland etc.) durchaus unterschiedliche Winterhärtezonen.
Hier einige Winterhärtezonen, die auch bei uns relevant sind bzw. gerade relevant werden:
Zone 5: Durchschnitt kälter als -23,3 °C
Zone 6: Durchschnitt -23.3 bis -17,8 °C
Zone 7a: Durchschnitt -17,8 bis -15,0 °C
Zone 7b: Durchschnitt -15,0 bis -12,2 °C
Zone 8a: Durchschnitt -12,2 bis -9,4 °C
Zone 8b: Durchschnitt -9,4 bis -6,7 °C
Durch die unterschiedlichen Lagen der Bundesländer Österreichs ergeben sich natürlich auch ziemliche Unterschiede bezüglich Winterhärtezonen:
Wien: Zone 7a bis 7b, Wien-City auch: 8a
Niederösterreich: 6a bis 8a
Burgenland: 7b bis 8a
Oberösterreich: 6a bis 8a
Salzburg: 6a bis 8a
Kärnten: 6a bis 8a
Steiermark: 5b bis 8a
Tirol: 5b bis 7b
Vorarlberg: 5b bis 7b
Man kann erkennen: Dort wo hohe Berge sind, kann es im Winter noch ziemlich ungemütlich werden. Die meiste Fläche Österreichs liegt aber in Zone 7a und ist wohl ob des Klimawandels auch schon ziemlich sicher in 7b bis 8a angekommen.
Im Bereich großer (Wien) bzw. größerer Städte ist es innerstädtisch im Winter in der Regel auch deutlich wärmer als im Umland dieser Städte – z.B. in Wien-Innenstadt nähern wir uns da schön langsam auch schon der Winterhärtezone 9, welche sonst eher nur in Südeuropa gegeben ist (-7 bis -1 Grad).
Die Erwärmung der letzten Jahrzehnte bedeutet aber immer noch nicht, dass der nächste Winter nicht doch wieder einmal Extremtemperaturen mit sich bringt und damit schon sicher gelaubte Pflanzen zerstört – verlassen Sie sich darüber hinaus auch nicht zu 100% auf die (oft seltsamen bzw. auch falschen) Angaben der Pflanzenproduzenten.
Insbesondere jüngere Pflanzen benötigen am neuen Standort oft erst ein paar Jahre „Akklimatisierungszeit“ – denn viele kommen ja direkt aus dem beheizten Glashaus oder wärmeren Regionen…

