Heidelbeeren

Heidelbeere – Vaccinium myrtillus

Heidelbeeren in der Natur

Heidelbeeren in der Natur

Für Hobbygärtner wie mich gibt es einige Pflanzen, die schon längere Zeit etwas Ärger erwecken: Trotz mehrerer Versuche ist es dabei nicht gelungen, diese Pflanzen entweder zur Blüh- oder/und Fruchtbildung zu bringen bzw. deren Überleben längerfristig zu sichern.

Eine dieser Pflanzen ist eine -eigentlich „einheimische“- Pflanze: Die Heidelbeere, auch „Vaccinium myrtillus“ genannt und (vor allem in Deutschland) auch „Blaubeere“ oder „Schwarzbeere“ genannt. Manchmal fällt auch der Begriff „Waldheidelbeere“ – so die heimischen Heidelbeeren damit gemeint sind.

Vaccinium myrtillus gehört zur Gattung der Heidelbeeren und ist in der Familie der Heidekrautgewächse zu Hause. Diese Art der Heidelbeeren kommt in Europa häufig vor (eher im nördlichen Bereichen) und ist in Österreich eine sehr bekannte Pflanze die man bei Spaziergängen in den Alpen (dort wächst sie in Höhenlagen bis über 2.000 Meter) immer wieder am Wegesrand entdecken kann. Aber auch im nicht so heißen Regionen wie dem Waldviertel oder dem Mostviertel sind Heidelbeeren zu finden und werden auch gerne gleich am Fundort gerne verspeist. Diesbezüglich sei hier nur erwähnt, dass man in der Natur gepflückte Heidelbeeren ob der eventuell anhaftenden Eier des Fuchbandwurmes zumindest vor dem Verzehr gut waschen sollte…

Bei den bei uns heimischen Heidelbeeren handelt es sich um Zwergsträucher mit teils tiefen Wurzeln (einen Heidelbeerstrauch auszugraben ist oft gar nicht so einfach – da reißen die Rhizome gerne ab). Heidelbeeren sind mehrjährig und können schon gut und gerne 20 bis 30 Jahre alt werden.

April/Mai (je nach Standort/Höhenlage) werden dann unscheinbare weiße Blüten gebildet welche dann bis in die Monate Juli bis September zu violetten Früchten heranreifen.

Im Herbst wird das Laub dann rot und der Heidelbeerstrauch verliert über den Winter seine kleinen Blätter.

Kulturheidelbeerenstrauch mit reifen Früchten im Juli

Kulturheidelbeerenstrauch mit reifen Früchten im Juli

Wer nicht durch Österreich wandert und daher die Heidelbeeren bisweilen nur aus dem Supermarkt kennt, dem sei gesagt, dass es sich in den Supermärkten ausschließlich um Kulturheidelbeeren handelt. Die „Amerikanische Heidelbeere“ (Vaccinium corymbosum) ist eine (variable) Züchtung, die gegenüber der Waldheidelbeere doch einige Vorteile bietet:

Die Kulturheidelbeere ist deutlich größer als die heimische Heidelbeere (die zumeist rund 0,5 bis 0,7 cm Durchmesser hat), hält auch länger (besser für Transport und Lagerung) und verursacht auch keine Blaufärbung im Mund. Die Farbe steckt bei der Kulturheidelbeere (im Gegensatz zu Vaccinium myrtillus) nur in der Schale.

Kulturheidelbeeren - Früchte grün im Juni

Kulturheidelbeeren – Früchte grün im Juni

Ein weiterer Vorteil dürfte wohl auch der geringere Standort- und Substratanspruch der Kulturform sein – während mir „echte“ Heidelbeersträucher schon mehrfach rasch eingingen, hat sich der seinerzeitige Kauf einer Kulturheidelbeere dann doch einige Jahre (trotz wenig Pflege) gut gehalten…

Die Verwendungsmöglichkeiten der gesunden Heidelbeeren sind umfangreich und wohlbekannt: Vom normalen Verzehr als Obst über Eis, Liköre, Schnaps, Joghurt, „Fitnessdrinks“, Kompott bis hin zu Kuchen, Torten etc. ist die Heidelbeere fixer Bestandteil in fast allen Haushalten/Küchen/Kühlschränken Österreichs.

Auch in der Heilmedizin ist die Pflanze sehr häufig vorkommend.

Wie schon erwähnt: Heidelbeeren aus dem Wald sollten recht bald verarbeitet werden – und vergessen Sie nicht, die Beeren vor Verzehr zu waschen.

Standort und Pflege Heidelbeeren

Ja, Heidelbeeren sind bei mir im Garten noch ein offenes Kapitel.

Heidelbeeren im März

Heidelbeeren im März

Während ein gekaufter Kulturheidelbeerenstrauch (und nur solche werden sie in den Märkten finden) doch einige Jahre Früchte ausbildete, ist mir die Kultivierung von „Naturheidelbeeren“ (als den Heidelbeeren, die bei uns in Österreich zuhauf wachsen) noch nicht gelungen.

Das liegt wohl primär am falschen Standort und dem falschen Substrat: Der Stadtrand von Wien ist wohl im Sommer dann doch zu heiß und weist auch die für Heidelbeeren falschen Böden auf. Die Überwinterung sollte noch klappen und im Mai erschienen auch Blätter (siehe Bilder) – das war aber dann schon das Ende der Heidelbeerzuchtversuche…

Wichtig ist jedenfalls einmal, dass heimische Heidelbeeren neben ein wenig Sonne auch viel Schatten benötigen, noch wichtiger ist möglicherweise auch das Substrat: Nährstoffarme und leicht sauer-humose Böden gibt es bei uns am Rande des Marchfelds leider eher nicht. Für genauere Infos zu den Bodenansprüchen verweise ich hiermit (quasi als bisheriger „Heidelbeer-Loser“) auf die Links am Ende dieser Seite.

Heidelbeere im Mai - Austrieb

Heidelbeere im Mai – Austrieb

Empfohlen wird dort u.a., Rindenkompost von Nadelgehölzen (und auch Nadeln) in den Boden einzuarbeiten – was angesichts der üblichen Fundstellen von Waldheidelbeeren wohl Sinn ergibt.

Auch mit Rhododendronerde (mehrfach empfohlen) habe ich es schon versucht – hat leider auch nur kurz geklappt…

So Sie sich eine Kulturheidelbeere im Markt kaufen, darf diese jedenfalls schon etwas sonniger gesetzt werden als eine heimische Heidelbeere vom Waldrand…

Als Dünger wird vielfach Rhododendron- oder Hortensiendünger empfohlen (manchmal auch Kaffeesatz) – die notwendigen Düngergaben hängen natürlich auch mit dem vorhandenen Substrat zusammen. Hält man die Heidelbeeren im Topf, ist hier Düngen wahrscheinlich zu empfehlen.

Wie in der teilverschatteten Berg- und Hügellandschaft Österreichs mag es die Heidelbeere jedenfalls durchaus gerne nass – in der Wachstumszeit bzw. im Sommer daher unbedingt regelmäßig mit der Gießkanne vorbeisehen. Staunässe dabei aber vermeiden.

In der Natur vermehren sich Heidelbeeren zumeist via Ausläufer. Auch Samenvermehrung wird beschrieben. So Sie Naturheidelbeeren im eigenen Garten kultivieren wollen, nehmen sie bei der nächsten Wanderung im „Heidelbeerland“ einfach ein paar Stecklinge mit.

Wer gute Heidelbeerplätze kennt (die man -ähnlich wie bei den Pilzen- nicht verrät), besorgt sich vielleicht auch einen „Heidelbeerkamm“ zur leichteren Ernte. Wir haben einen solchen – aber leider keine Heidelbeerfelder…;-)

Weitere Infos zu Heidelbeeren:

Heidelbeeren bei Wikipedia

Kulturheidelbeeren bei Wikipedia

Informationen und Pflegetipps Heidelbeeren